Montag, 6. September 2010

Desertifikation schreitet weiter fort

Momentaufnahmen aus der deutschen Medienlandschaft

Ein junger Mann begutachtet seine gestählten Oberarme im Spiegel eines Friseursalons, in der Hand eine Zeitschrift, die ihm ernsthaft weismachen will, siebzigmaliges Poanspannen am Tag mache ihn besser im Bett und wenn er den eigenen Orgasmus hinauszögern wolle, solle er mal versuchen, zu masturbieren und kurz vor dem Höhepunkt aufzuhören.
Im Fernsehen läuft gerade eine Sendung, in der schlechte und unterbezahlte Schauspieler eine „Familie im Brennpunkt“ nachzustellen versuchen. Der Vater-Verschnitt, ein ca. vierzigjähriger Typ mit Alkoholproblem regt sich gerade gekünstelt über seine zwölfjährige Tochter auf, die bis mittags schläft anstatt auf ihr vier Monate altes Kind aufzupassen, so was habe es zu seiner Zeit nicht gegeben, und er habe nichts gegen Ausländer, aber warum dieser Türke gerade seine Tochter habe schwängern müssen, verdammtes Arschloch, wenn seine Frau nicht die Putzstelle angenommen hätte, müsse er womöglich noch auf sein Feierabendbierchen verzichten, Scheiße.
In der Zeitung steht, dass im Duisburger Zoo ein Löwenbaby zur Welt gekommen sei und dass das total süß sei und tapsig und nach dem Säugen sich erstmal hingelegt habe und auch total niedlich gegähnt habe! Der Tierpfleger Bernd sagt, das sei die Belohnung der harten Arbeit der letzten Monate, neues Gehege bauen, Tiger seien ja auch sehr scheu und bevor die sich paaren muss ja einiges gegeben sein, verstehnse.
Das Radio findet das mit den Löwen auch geil und achso, die Bundeswehr hat Kampfbomber nach Afghanistan geschickt, sieben oder zwölf, egal, Löwenbaby!
Ein Reporter berichtet genau dreiundzwanzig Sekunden lange über die Besetzung von Hörsälen an einer deutschen Universität, es werden Bilder von ein paar Studenten gezeigt, die Bier trinken und beschmierte Wände.
Auf MTV läuft eine Sendung, in der die Häuser von berühmten Schauspielern, Sportlern und Sängern gezeigt werden. Ganz wichtig ist dabei offenbar der Preis des Hauses, der Einrichtung und auch die Größe des Grundstücks. Die Berichtenden finden das restlos geil und finden, dass es die Erfüllung aller Träume sei, sich die Einkaufsstraße der Heimatstadt im Keller nachbauen lassen zu können.
In Berlin Neukölln wurde ein Elfjähriger festgenommen, der Heroin und Speed verkauft hat, aber das steht nur in den kurzen Notizen linken Rand der Seite in der Zeitung unter der Mitteilung, das Hartz-IV-Empfängern jetzt eine sogenannte Bildungscard gegeben wird, mit der Leistungen wie Musikschule und Sportvereine bezahlt wird. Über staatliche Bevormundung und Kontrolle steht da nichts.
Ein Abiturient erzählt von seinem Cousin, der für eine Computerfirma arbeitet und nebenbei an der Fernuni BWL studiert und mit Aktien zweihunderttausend Euro verdient habe. Der mache es einem vor. Er selber wolle aber Kampfflieger bei der Bundeswehr werden, da arbeite man bis Ende dreißig, kriege dann Rente und werden hundertpro noch von ner zivilen Airline übernommen. Sei schon hart, aber sein Vater sei immerhin Offizier beim Bund, weißte, Vitamin B. Sein Traum sei ja ein dicker fetter Hummer H2, dann so derbe Boxen da rein, Konsole, riesiger Fernseher, sei halt alles möglich. Ob er seine Existenz von seinem Besitztum abhängig mache? Verständnisloser Blick.//nager

Donnerstag, 2. September 2010

Von Schuljungen und alten Männern

Bonn - Düstere Machenschaften durch den Außendienstmitarbeiter B.P.Morgen aus den Katakomben des dtsch. Pharmakonzerns B ans Tageslicht gefördert.
Da Wikileaks die Veröffentlichung des Berichtes aus Kostengründen ablehnte, kommen nun weltweit Kawummkeuler in den Genuss des Manuskriptes, welches Obengenannter Anti-Alles-Aktivist(Deckname Wüstenfuchs 2.0) unter Vortäuschung falscher Identität zu Papier bringen konnte.
Das original Schriftstück ist in Steno verfasst und mittlerweile von der evangelischen Kirche e.V. konfisziert, weshalb der Text aus der Erinnerung unseres Topreporters rekonstruiert wurde.



Logbuch des Wüstenfuchses
Leverkusen Innenstadt, ein von Licht durchfluteter Konferenzsaal im 56. Stock des Hauptgebäudes der Firma B.
Unter dem wollenen Deckmantel eines Vertreters für Delfinflossenseife(http://delphinflossenseife.de/)
findet sich B.P.M. (sitzend an einem verschwenderisch pompösen Tisch) gegenüber des grobschlächtigen Mitfünfzigers wieder.

Mitfünfziger: Herr XXX(Name wurde durch die Redaktion geändert), willkommen. Im Namen unseres Konzerns begrüße ich Sie recht herzlich. Eigentlich ist es unüblich , dass ich als Chef mit einem Vertreter rede, doch Ihre von Ihnen geäußerte Vorliebe für Chefs, ließ mich einmal meine Prinzipien vergessen. Man muss dem kleinen Manne zeigen, dass auch ich bloß ein Mensch wie jeder bin. Noch dazu, wenn sich der kleine Mann als ein solcher Bewunderer meinerselbst outet. Von Leuten wie Ihrem Schlag sollte es eigentlich noch viel mehr geben, immerhin sind Chefs ja nicht durch brotlose Kunst zu dem geworden, was sie heute sind, das erfordert absolute Profitgier und unerschütterliche Menschenverachtung gepaart mit selbstlosem Egoismus. Ich frage Sie, wie viele Leute haben heutzutage noch den Mut solche Arschlöcher zu sein? Ich sag es Ihnen: Kaum einer! Und gerade deswegen denke ich haben Chefs mehr Beachtung verdient.

B.P.M.: Die Freude ist ganz Meinerseits....

Chef(ehem. Mitfünfziger): Noch dazu in meinem Business. Wo doch jeder weiß, wie skrupellos der Medikamentenhandel ist. Sicher; ich würde gerne Menschen in den Drittweltländern medizinische Versorgung ermöglichen. Doch leider ist an ihnen kein Geld zu verdienen.....wissen Sie, man wird ja regelrecht gezwungen den........Menschen nicht zu helfen, wieso sind die auch arm? Sie wollen halt keine Hilfe.
Aber genug von mir, was notieren sie sich dort überhaupt?

B.P.M.: Ich? Notieren? Ach ja....ähm wissen Sie....das ist nichts weiter nur....Hausaufgaben! Tut mir leid, ich bin soeben fertig geworden.

Chef: Hausaufgaben? Als Vertreter...na ja ein wenig jung scheinen sie mir ja schon mit ihrem Scout-Tornister auf dem Rücken und dem farbenfrohen Okklusionspflaster(red: umgangs-sprachlich auch als Schielpflaster bezeichnet).
Nunja lassen Sie uns nicht das wesentliche vergessen:
Das Geschäft!
Sie bieten mir als Delfinflossenseife an? Sehr schön.
Wissen sie, ein Mittel gegen Hautalterung brauchen wir nur Übergangsweise bis wir das mit den Stammzellen endgültig durchgeboxt haben, da kommt mir ihre Seife natürlich recht gelegen.
Die Lappalie mit den Stammzellen ist ja sowieso ein Problem für sich. Da richten wir im ganzen Land Abtreibungskliniken ein, um eine ununterbrochene Zufuhr an frischem Erbgut zu gewährleisten, und dann dürfen wir die Früchte unserer Arbeit nicht einmal ernten, weil es „ethisch“ total „unmoralisch“ ist.
Zur Lösung dieses kleinen Problemchens sind wir auf jeden Fall dabei sogenannte
SOS-Embryonendörfer zu errichten und ich glaube auf diese Tour klappt es. Wenn es mit Kindern funktioniert, wieso nicht auch mit ihrer Vorstufe.

B.P.M.: Wie meinen sie das:„Wenn es mit Kindern funktioniert“?

Chef: Jaha, glauben sie in Kinderhustensaft ist wirklich Husten drin? Es ist ein super Geschäft, wir polieren unser öffentliches Image durch diese Kinderhilfsaktionen auf, doch eigentlich werden die lieben kleinen vernachlässigten Erdenbürger auf der Sozialschiene direkt in den Mucosolvan deportiert.(Lachen, dann Pause)
Sie schreiben ja schon wieder, nun zeigen Sie aber mal was Sie dort haben.(Geht auf B.P.M zu um ihm seiner Aufzeichnungen zu entledigen)

B.P.M.:(zurückweichend) Nein lassen sie das, Sie sind nicht mein Vater.

Chef: NANA wer wird sich denn gleich so anstellen. Geben sich schon her sie.....sie......


Noch vor Beendigung dieses Satzes entwickelte sich ein handfestes Handgemenge zwischen den Beiden, infolge dessen unser Reporter/Außendienstmitarbeiter die Flucht ergriff um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen.
Der Geistesgegenwart unseres geistreichen Ghostwriters haben wir es zu verdanken, dass eine weitere Schandtat auf dieser Welt zwar wie so viele Andere noch besteht, aber wie so viele andere nun kein Geheimnis mehr ist.

Unsere Leser können sich auf weiter ungeschönte, unangenehme, vorhautverätzende Enthüllungen einstellen, denn B.P.M. ist nicht zu stoppen, gerade sah ich ihn auf seinem Kickroller Richtung Frankreich eilen. Kawummkeule wird weiter berichten.
//Lobstar

Sonntag, 11. Juli 2010

Literarische Verarbeitung einer Poolparty (nackt)

Jaha, Sommerloch nennt man das.
Tatsächlich haben wir im letzen Monat nicht mehr hingekriegt als dieses popelige Gedicht hier, und selbst das wurde zur Hälfte nicht von der Kawummkeule gekeult. Der geniale Rechtswissenschaftler und Kulturanthropologe respektive verarmter Bühnenschauspieler Minidoc Manstern ist nämlich an dieser beispiellosen Beschreibung eines dänischen HotDog-Würstchen respektive Pimmel nicht ganz unschuldig.

Pølser-Party

Blasen werfen, nackte Leiber
Pølser schwimmt und treibt gen Licht.
Festgehalten wird er leider,
hängt gar feste dran und sticht
von Zeit zu Zeit.

Abgerieben wirkt er kleiner -
putzig fast und seidig glatt.
Höher, schneller, weiter, feiner -
niemals bisher war er je satt
von Weiblichkeit.

Er reckt sein Näslein oft hinauf;
gleicht einem Fahnenmast -
macht, dass ich des Nachts oft schnauf';
legt er sich schließlich doch zur Rast,
herrscht Einigkeit.





//nager, Minidoc Manstern

Mittwoch, 9. Juni 2010

Jetzt mal ganz im Ernst und unter uns:

Ließt diesen Scheiß hier überhaupt irgend jemand?

Sonntag, 30. Mai 2010

Lena Meyer-Landhut tot

Oslo - Wie die dp berichtet ist Lena Meyer-Landhut tot in ihrem Osloer Hotelzimmer aufgefunden worden. Neben ihrem Bett fand man Fixbesteck und einen kürzlich ekstasierten Stefan Raab. Lena starb vermutlich an einer Überdosis Selbsthass, Societyexperte Silver Got-one-fart meint:"Bei soviel Ruhm und Medienrummel gehen viele junge Menschen unter. Stellen Sie sich einmal den Druck vor, unter dem die junge Frau gestanden haben muss! Und dann der ständige Druck von Herrn Raab. Wahrscheinlich ist Lena letztlich unter dem Gewicht der Deutschlandfahnen um sie herum verendigt, eine solche Papierfahne wiegt etwa 103,4 Gramm. Die geschätzte Anzahl der sich in Oslo befindenden Fahnen betrug Gestern 7 Trillionen, jetzt stellen sie sich vor, sie lägen unter nur der Hälfte des Gewichtes. Die Gerüchteküche brodelt und in Oslo wird bereits von einem Märtyrertod für die Musikindustrie ausgegangen, die Verkaufszahlen des ersten Albums sollen durch den Tod der Protagonistin erhöht werden. (Vgl."Black Man goes white")" Auf ein theatralischeres Fest 2011 //bongian

Lebensratgeber für Fortgeschrittene

Lebensratgeber für Fortgeschrittene

Berlin - Brandaktuell hier eine Leseprobe von den als „Lebensratgeber für Fortgeschrittene“ zusammengefassten Tagebucheinträgen und Notizen des Raporterteams Henryk M. Bother und M.L. König während ihres Aufenthalts im Kongo. Das Autorenteam verbrachte etwa ein Dreivierteljahr unter Affen zwecks sozioökonomischer Ressourcenoptimierungsstudien.

[…]
Der […] Präsident wurde […] von […] einem Affen […] nieder gerungen.

Der Affe vor mir biß in den kalten Stahl der als Banane getarnten Fotokamera, diese war aus Holz. Sie war für Forschungszwecke umgerüstet und auf den Affen eingestellt worden, es ging uns darum, zu ergründen, ob Affen mit ihren Sinnen eine falsche Banane erkennen könnten. Dies war in den meisten Fällen nicht so, die Affen identifizierten das Metallstück als Banane und bissen geblendet vom Wunsch nach einer scheinbar genüsslichen Mahlzeit gedankenlos in diese hinein. Dabei fielen ein paar von ihnen Zähne aus. Durch die installierte Kamera wurden 32 sichtbar

Doch neben einer Reihe physio- und psychologischer Tests wollten wir die Herrscher des Urwaldes in ihrer natürlichen Umgebung betrachten und symbiotisch mit ihnen leben. Das heisst, wir gaben ihnen z.B. Tabak. Sie kamen oft wieder und letzten Endes mussten sie ihre Frauen an uns verkaufen. Die zweite Phase unserer symbiotischen Zivilisierung des östlichen Kongo war der Handel, wir gaben den Menschenaffen ein paar Fläschchen Cremelikör und Kaffee, sie gaben uns im Gegenzug all ihre Bananen. Es war gut zu beobachten, wie sich die primitiven Primaten dem Rausch hingaben und für die Befriedigung ihrer scheinbaren Gelüste ihre Produktivität zu unseren Gunsten steigerten. Dabei ernteten wir nicht nur eine Menge Bananen (Tabelle S. 347b), auch die demographische Entwicklung blieb konstant: die Alten starben früh an Entkräftung, die Jungen arbeiteten aufgrund der zwischenzeitlich stattgefundenen Mechanisierung der Bananenernte für viel weniger Cremelikör, die Geburtenrate stieg um 200 %, (Vgl. „Mehr Bananen für weniger Kokain“ S.12) da die Vergewaltigungen enorm zunahmen. Der Polizeichef klärte uns über die vertrackte Situation auf und machte das Cremelikör dafür verantwortlich, wir erklärten ihm, dass ganze wäre ökonomisch gesehen ein vierblättriges Kleeblatt. Nach und Nach bauten wir uns aus unserem gesammelten Bananenreichtum eine Villa, eine Yacht und schließlich Throne, auf denen wir uns von jeweils 4 Mongos (wir hatten den Tieren mittlerweile Spitznamen gegeben und ihnen ihre Sprache verboten, um unsere Omnipotenz darzustellen) spazieren tragen ließen. Uns selbst nannten wir (Anm. d. Red.: Teil fehlt).

[…]

Projekt Mastermind Tagebucheintrag 23.11.####(Anmerkung des Lektors für Zensur leider Verwischt)
Hinsichtlich der Übertragung der Sozioökonomie der humanoiden Affenarten auf die des Menschen sind keinerlei Parallelen zu erkennen. Die Mongos leben weiterhin auf den von uns gebauten Baumnestern, mehr Bananen bedeuten mehr Lebensqualität, wer sich am meisten ergaunert und andere hintergeht hat Bäume, Cremelikör und Mongoweibchen. Die Cremelikörfabriken werden oft überfallen, deswegen haben wir jetzt V-Affen in die Population eingeschleust, jeder der mehr Cremelikör hat als er von seinen Bananen kaufen kann, […] bekommt eine Brandmarkung in Form einer gespiegelten Raute auf die Stirn. […] Wir werden in nächster Zeit eine Cremelikör-und-Spiele Polemik gestalten, die „der vorangegangenen in nichts nachstehen wird“ wie ich heute kichernd vor versammelter likörsierter Affenbande verkündete. Unabdingbar für dieses Vorhaben war hierbei unsere ökonomischen Reformen bezüglich einer Währung. Hierfür kauften wir überschüssige Reichsmarkbestände und bauten auf ihnen den stabilen HAPE. Die Währung wurde gut angenommen, da der Handel und das mittlerweile angebotene Glückspiel durch den Hape florierten. […]

Montag, 17. Mai 2010

Unmögliche Karikatur aufgetaucht

Als Kawummkeulereportator Gerd S. heute morgen den Briefkasten öffnete, entdeckte er diese geschmacklose Karikatur darin. Kawummkeule distanziert sich ausdrücklich von dieser Schmach und betont, dass es zu heutigen Zeit keinerlei Grund gibt, die Verhältnisse in Deutschland mit denen in Frankreich in den 1780ern zu vergleichen. Der unten gezeigten Kritzelei war ein Bekennerschreiben beigelegt, in dem sich der Urheber als Mario Nette outet. Kawummkeule wünscht nicht noch einmal von Hernn Nette belästigt zu werden.




//nager